A Voyage to the Visayas

A Voyage to the Visayas

Wir haben unsere Zelte in Australien abgebrochen und das wesentlich schneller als geplant. Dafür erwarten uns jetzt wieder klassische Südostasien-Abenteuer. Tauchen, Strände, unbekannte Bräuche und Kulturen, Verloren gehen in quirligen Großstädten und eingezwängt zwischen Menschen in vollbeladenen, kaum fahrtüchtigen Fahrzeugen im Schneckentempo vor sich hin tuckern.

Oh Gott haben wir das vermisst 🙂


Cebu

Nach einem anstrengenden Hinflug und einem 8 h nächtlichen Aufenthalt in Singapur haben wir es endlich geschafft und wir kommen in Cebu an. Cebu ist die größte Stadt in den Visayas mit dem zweitgrößten Hafen der Philippinen. Durch den Direktflug hierhin konnten wir uns die vollgestopfte Metropole Manila ersparen und haben eine super Ausgangslage für unsere nächsten Ziele.

Cebu selbst ist nicht besonders schön und bis auf eine Kirche und eine kleine Festung am Hafen gibt es hier nicht wirklich viel zu sehen.

Dafür haben wir mal wieder eine Unterkunft in einem eher untypischen Viertel für Touristen und bekommen gleich zu Beginn tiefere Einblicke in das Straßenleben einer philippinischen Stadt.

Zugegeben nach einem halben Jahr in Australien mit westlichen Standards haben wir erstmal einen kleinen Kulturschock bekommen und mussten uns wieder daran gewöhnen, wie es hier abläuft. Erschöpft von der langen Anreise laufen wir etwas durch die Straßen und Gassen und werden vollgestopft mit neuen Eindrücken. Überall fahren bunte Jeepneys (umgebaute Jeeps die wie kleine Busse funktionieren) und Tricycles (Motorrad mit Beiwagen ähnlich einem Tuktuk) durch die Gegend. Die Kanalisation lässt regelmäßig grüßen und lässt die Nasenhaare kräuseln und zwischen kleinen Ständen mit Handyzubehör oder frittiertem Schweinespeck liegen Obdachlose auf der Straße. Außerdem schauen Kinder einen mit großen Augen an, halten die Hand auf und betteln.

Solche Eindrücke gab es alle paar Meter neu und auch die Kluft zwischen arm und reich konnte man deutlich sehen, selbst wenn man die Augen nicht weit aufgemacht hat. Wir nutzen also die ersten 2-3 Tage um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten und genießen es dafür endlich wieder überall essen zu gehen und auch mal günstig ein Bierchen zu trinken.

Bohol und Panglao

Da wir ja nicht so die Städtefans sind machen wir uns dann auch direkt weiter zur nächsten Insel und fahren mit der Fähre nach Bohol bzw. nach Panglao einer kleinen Nebeninsel an den Alona Beach. Was auf den Bildern noch hübsch aussieht ist am Schluss leider gar nicht so der Megahit und der kleine Strand ist nicht besonders schön, dafür die Preise aber doppelt so hoch wie woanders. Aber wegen dem Strand sind wir auch nicht hergekommen, sondern es zieht uns ins Wasser oder besser unters Wasser. Nach einem kleinen Überblick über alle Tauchschulen finden wir eine kleine von Filipinos betriebene Tauchschule und buchen unsere ersten zwei Tauchgänge.

Balicasag Island bietet eine unglaubliche Unterwasserwelt und neben einem tollen intakten Korallenriff sehen wir auch die bislang größten Schildkröten die wir je gesehen haben. Die größte war gute 1,5 m lang und der Kopf der Schildkröte so groß wie der eines Menschen. Schildkröten haben wir ja nun doch schon so einige gesehen aber in der Größe noch nicht. Völlig begeistert kommen wir von unserem ersten Tauchtag zurück und feiern hierbei auch gleichzeitig abends unser 3-Jähriges bei ein paar Cocktails am Strand.

Nach einem Regentag Pause machen wir uns dann nochmal weiter mit dem Roller um die Chocolate Hills und eine Tarsier Sanctuary zu besuchen. Die Chocolate Hills ragen wie eine Hügelkette aus der Landschaft heraus und durch die hellere Begrasung der Hügel ergibt das ein tolles Panorama das definitiv einen Besuch wert ist.

Auf dem Rückweg machen wir noch halt an einer kleinen Tarsier Auffangstation. Die Tarsiere bzw. Koboldmakis sind einer der kleinsten Primaten überhaupt und werden im Schnitt so 10-12 cm groß. Im Verhältnis zur Körpergröße haben sie aber die größten Augen aller Primaten und dadurch entsteht ein extrem süßes Äußeres. Die Tiere sind nachtaktiv und durch Entforstung und illegalen Tierhandel eine bedrohte Art und daher heißt es auch bei der Führung sehr sehr leise zu sein. Wir werden von einem Guide durch ein kleines Waldstück begleitet und werden jedes Mal darauf aufmerksam gemacht, wenn irgendwo ein kleiner Tarsier am Bambus einen Schlafplatz gefunden hat.

Einer der Kleinen wird vom Geräusch des Fotoauslösers geweckt und guckt uns kurz an, schläft dann aber schnell wieder weiter. Wir hoffen wir haben den Kleinen nicht zu sehr gestört.

Dumaguete und Apo Island

Die Inselkette der Visayas ist echt ein Paradies für Taucher, hier gibt es kaum einen Ort bei dem nicht nebenbei erwähnt wird, dass es hier Weltklasse Tauchspots gibt. Ebenso wie Dumaguete, welches als größte Stadt der Insel Negros eine gute Hafenanbindung hat und somit gut zu erreichen ist. Hier quartieren wir uns in der Harold's Mansion ein. Zentral gelegen mit einer riesigen Rooftopbar und Livemusik von lokalen Musikern am Abend lässt es sich hier richtig gut aushalten. Erfreulicherweise sind die Preise auch eher günstig und so vergnügen wir uns abends mit leckerem Essen, ein paar Bierchen und guter Livemusik. Tagsüber gehen wir mit der dazugehörigen Tauchschule bei Apo Island tauchen.

Apo Island ist schon seit langer Zeit ein Marine Schutzgebiet welches durch eine extra Gebühr bei jedem Tauchtag finanziert wird. Patroulien paddeln auf kleinen Booten herum und beobachten die Taucher, dass auch ja nichts angefasst oder zerstört wird. Das aktive Schützen des Riffs merkt man auch spürbar unter Wasser.
Alle Korallen sind in einem unglaublich guten Zustand. Man taucht in einem Meer voller Korallen soweit das Auge reicht. Hier blüht und gedeiht das Unterwasserleben.

Weihnachten auf Siquijor

Wenn man schon Weihnachten irgendwo verbringt wo es super heiß ist, dann kann man das ganze ja auch gleich richtig machen. Um von dem ganzen hin und her zu entspannen bleiben wir gleich eine ganze Woche auf Siquijor und lassen uns die Plauze bräunen. Viel mehr kann man hier schließlich auch nicht machen. Klar ein bisschen mit dem Roller rumfahren und ein paar Wasserfälle angucken aber größtenteils liegen wir nur faul in der Sonne. Aber bei den Temperaturen bringt einen wirklich jeder Schritt zum Schwitzen. Da ist Essen gehen schon ein wahrer Kraftakt.

Weihnachten verbringen wir also schon fast traditionell wie letztes Jahr damit lecker Essen zu gehen. Nach Hause zu telefonieren bleibt diesmal aufgrund der schlechten Internetverbindung leider aus, aber wir haben uns eh so voll gefuttert, dass wir uns nach dem Abendessen direkt ins Bett rollen und da liegen bleiben. Immerhin die Filipinos verstehen es mehr Weihnachtsstimmung zu verbreiten als wir es davor in Australien gemerkt haben. Hier sind überall Lichterketten und Weihnachtsbäume und die Karaokesüchtigen Filipinos trällern jetzt am laufenden Band Weihnachtslieder und wünschen einem schon Tage vorher ständig ein fröhliches Weihnachtsfest.
Kleinere Gruppen von Einheimischen kommen auch ständig an den Restaurants vorbei und singen ein paar Lieder um danach auf eine Spende zu hoffen. Da bei einem Essen gern mal 3-4 Grüppchen vorbeikommen war es gut immer etwas Kleingeld parat zu haben. Das ganze ist auch weniger für Touristen gedacht, sondern die Sängertruppe besingt sogar vorwiegend die Einheimischen. Wie die Sternensinger bei uns die von Tür zu Tür ziehen.

Silvester am Sugar Beach, Sipalay

Anfangs wollten wir Silvester ja irgendwo feiern wo viel los ist, also in der Partyhochburg Boracay zum Beispiel. Da das reisen hier aber immer gleich 1-2 Tage in Anspruch nimmt haben wir uns für das genaue Gegenteil entschieden und sind zum Sugar Beach bei Sipalay gefahren. Der Strand hat nur eine handvoll Unterkünfte und ist nur per Boot zu erreichen. Dafür ist es auch wirklich einer der schönsten Strände die wir in Südostasien gesehen haben. Von den Beschreibungen der Unterkünfte klang es so als würden auch einige jüngere Menschen dabei sein mit denen man gut feiern kann, doch als wir ankommen sind, waren wir dann doch plötzlich die Jüngsten.

Und obwohl alle Hotels komplett ausgebucht sind, ist hier fast nichts los und es laufen nur hier und da vereinzelt Leute rum. Aber noch schlimmer ist, dass es hier gerade zu eine Invasion von deutschsprachigen Touristen gibt. Fast alle kommen aus der Schweiz oder Deutschland und man wird am Strand einfach so auf Deutsch angesprochen. Wir sind etwas schockiert und das einzige was man doch eher nicht haben will wenn man am reisen ist, ist es nur Deutsche um sich herum zu haben.

Naja wir machen das Beste draus und dürfen uns lustige, sprachliche Unterschiede zwischen uns und unserem Nachbarland anhören. Immerhin sind ja alle in Urlaubsstimmung. 🙂

An Silvester selbst geht hier auch eher alles ruhig von statten. Am Ende landen wir auf einer Guitar Hero Rock Nacht und tanzen mit ein paar lustigen Eltern in das neue Jahr. Somit sind wir (wohl das erste Mal) fast ganz ohne Kater ins neue Jahr gestartet.

Bantayan

Und mit dem neuen Jahr ändert sich aber auch das Wetter und das leider nicht zum Positiven. Erst ist es ständig bewölkt, aber mittlerweile regnet es immer häufiger. Und leider nicht wie sonst nur eine Stunde und danach scheint wieder die Sonne. Nein. Wir kommen uns vor wie in Deutschland wo es einfach mal tagelang durchnieselt. Aber daheim kann man es sich zumindest auf dem Sofa gemütlich machen. Hier sind wir in günstigen Unterkünften, die man eigentlich nur zum Schlafen aufsuchen will und alle Aktivitäten stehen und fallen mit dem Wetter. Denn ohne Sonne bringt der Strand nix und bei Regen macht es nicht gerade Spaß etwas draußen zu unternehmen.

Tauchen auf Malapascua

Und so geht es auch auf Malapascua weiter. Die meiste Zeit regnet es und zeitgleich ist auch das Meer zu wellig und wir können auch nicht tauchen gehen. Die ersten zwei Tauchgänge sind eine Katastrophe. Eigentlich kann man hier die seltenen tresher sharks sehen, welche sich sonst auf 300 m Tiefe rumtümmeln. Leider muss man dafür schon um 4 Uhr morgens aus dem Bett.

Angekommen am Tauchspot teilen wir uns an einem Seil festhaltend mit 30 anderen Tauchern den Platz, um auf 33 m Tiefe in eine grüne dunkle Suppe zu gucken. Nein das macht dann doch nicht so viel Spaß und man merkt leider das zuviel Tourismus dann irgendwann einfach zu viel des Guten ist. Wir geben dem ganzen noch eine Chance und machen noch einen zweiten Tauchgang. Die Tauchschule scheint nicht gerade die Zuverlässigste zu sein und hat uns beim ersten Tauchgang schon enttäuscht da alles super stressig war unter Wasser. Jetzt beim zweiten Mal ist den Dive Master wohl der 2 m Wellengang entgangen und wir müssen selber darauf hinweisen, dass es wohl lebensgefährlich ist nach dem Tauchgang hier irgendwie wieder ins Boot zu kommen.

Immerhin versteht man unserer Einwände und wir fahren zu einem Spot näher an der Küste. Hier erwarten uns dafür kaputte Korallen und schlechte Sicht. Einzig gut ist, dass wir hier unseren ersten Kuttelfisch sehen was diesen miesen Tauchtag ein wenig entschädigt. Aber wir geben nicht auf, verlängern unseren Aufenthalt und warten auf besseres Wetter und werden belohnt. Nach 2 Tagen warten geht es wieder aufs Boot und wir haben zwei Tauchgänge bei Gato Island. Das Besondere hier ist ein 30 m langer Tunnel der bei ca. 5 m Tiefe anfängt und bei 15 m wieder ins Freie geht. Mit Unterwassertaschenlampen ausgestattet tauchen wir durch den Tunnel, der geradeso Platz für zwei Taucher nebeneinander hat. Ein klein wenig mulmig wird einem schon zumute doch das alles vergisst man schlagartig, als am Ende des Tunnels mehrere große white tip sharks herumschwimmen und vor uns ihre Runden drehen. Wir sind wie hin und weg und beobachten einige Minuten lang die schüchternen Haie, bis wir seitwärts an ihnen vorbei tauchen und den Tauchgang fortsetzen. Ansonsten gab es noch mehrere Kuttelfische zu sehen ebenso wie viele kleinere Meeresbewohner wie Seepferdchen, die gemütlich durch die Gegend paddeln. Nach tagelangem schlechten Wetter und unserer ersten richtig schlechten Taucherfahrung gab es hier doch wieder ordentlich was zu sehen.

Nächstes Ziel ist die lange Reise bis nach Donsol im Süden von Luzon wo es gute Chancen geben soll Walhaie anzutreffen. Ob wir so viel Glück haben die prächtigen Tiere vor die Linse zu kriegen. Wer weiß wer weiß….

Unsere Reiseausgaben auf den Philippinen findet ihr hier

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