Vietnams Norden

Vietnams Norden

Nach dem wir gute fünf Wochen den Süden Vietnams unsicher gemacht haben, war es an der Zeit von Nha Trang nach Da Nang zu fahren um unsere Freundin Pia abzuholen, die sich relativ spontan entschlossen hat mit uns den Norden zu erkunden. Einen Tag vor ihrer Ankunft haben wir also einen Nachtbus gebucht und es trennten uns nur noch 15 h und ca. 530 km vom Flughafen in Da Nang und von Pia 😛 Da wir genauso lange Bus gefahren sind, wie Pia aus Deutschland geflogen ist, dachten wir, dass der erste Tag erstmal zur Entspannung dienen soll und haben somit nichts auf dem Plan gehabt.

Vom Flughafen abgeholt sind wir zu dritt mit einem Taxi gleich weiter nach Hoi An gefahren (30 min Fahrt) und haben dort drei Nächte in einem wirklich schönen und modernen Gasthaus zugebracht. Hoi An gilt als schönste Stadt Vietnams und ist geprägt vom französichen Kolonialstil. Die Stadt ist bekannt für ihre vielen Maßschneidereien, Lederwaren, Lampions und das Fullmoon Festival, bei dem an jedem Vollmond die gesamte Stadtbeleuchtung ausgeschaltet wird und nur die Lampions das nötige Licht spenden. Außerdem werden kleine Papierschälchen, mit Kerzen darin, im Fluss schwimmen gelassen. Dies soll einem Glück in der Zukunft bringen. Wir haben Cao Lau (bekanntes Gericht in Hoi An) an Straßenständen gegessen und mit dem Fahrrad die Stadt erkundet.


Der nächste Halt war die Kaiser- und ehemalige Hauptstadt Vietnams Hue. Die Strecke von Hoi An nach Hue beträgt 136 km und führt über den Wolkenpass (Hai Van Pass), der die Mitte Vietnams markiert. Wir liehen uns also drei Roller aus und fuhren die gesamte Strecke selbst. Die Ausblicke sind spektakulär, man fährt die Serpentinenstraße entlang zwischen immergrünen Bergen und sieht das Meer und seine vielen felsigen Buchten. Ab und zu trifft man die eine oder andere Kuh auf der Straße, einen Schweinetransporter und generell sehr viele Roller und Motorradfahrer. Wir haben für die Strecke den ganzen Tag gebraucht, waren auf Grund der stellenweise sehr staubigen Straßen danach so dreckig wie noch nie in unserem Leben und sind voller schöner aber auch aufwühlender Eindrücke, wie beispielsweise der nicht so tierfreundlich aussehende Schweinetransport, im Hostel angekommen.

In Hue schauten wir uns dann die alte Kaiserstadt, auch verbotene Stadt genannt, an und fuhren auch den Tag darauf schon wieder weiter. Die Kaiserstadt befindet sich Mitten in Hue und ist ein sehr weitläufiger Gebäudekomplex, jedoch fanden wir ihn nicht so spektakulär wie im Reiseführer beschrieben und dazu war es noch unerträglich heiß und schwül an diesem Tag. Die architektonischen Einflüsse sind hauptsächlich chinesisch und man muss sehr weit laufen, weil die einzelnen Gebäude sehr weit entfernt von einander stehen.

Nach dem kurzen Stop in Hue fuhren wir in den Phong Nha Ke Bang Nationalpark, welcher auch eines der Highlights unserer Vietnamreise darstellt. Der Nationalpark liegt zwischen Hue und Hanoi und liegt in einer wunderschönen Karstberglandschaft. In den dicht mit Dschungel bewachsenen Karstbergen befinden sich unzählige Höhlen, darunter auch die Paradise Cave die zu den schönsten und imposantesten Indochinas gehört. Außerdem beherbegt der Nationalpark auch die größte Höhle der Welt, die Son Doong Höhle, welche aber nur für um die 80 Besucher jährlich zugänglich ist und ein Ausflug unbezahlbar ist. Wir waren restlos begeistert von der unglaublichen Landschaft und der ebenfalls enorm großen Paradise Cave. Außerdem haben wir noch ein Schlammbad in der Dark Cave genommen, auf dem man treibt wie auf dem Toten Meer. Den Park haben wir hauptsächlich mit dem Roller erkundet, bei einer Wanderung im Dschungel haben uns fast die Mosquitos zerfressen und wir sind mit dem Boot in die namensgebende Phong Nha Höhle rein gefahren.

Als Zwischenstation diente uns später Hanoi, Vietnams Hauptstadt, für unsere zwei weiteren Stops Sa Pa und die berühmte Halong Bucht. Die Halong Bucht gilt als DIE Sehenwürdigkeit, die Vietnam zu bieten hat. Wir machten also von Cat Ba aus, der größten Insel in der Bucht, eine eintägige Bootstour zwischen den spektakulären Karstbergen. Wir sind Kajak durch Höhlen hindurch gefahren und haben im Meer gebadet.

Sa Pa war unser letzter Halt und liegt im Gebirge an der chinesischen Grenze. Das Klima dort ist wesentlich kühler und das Städtchen liegt fast das ganze Jahr über in den Wolken. Eine Wanderung durch die Berge und Reisterrassen lässt einen am besten die Natur erleben. Begleitet wurden wir auf unserer Wanderung von Mama Mu und Mama Chu, zwei einheimischen Bergführerinnen, die einem gegen ein bisschen Kleingeld die Gegend zeigen.

Unsere letze Nacht verbrachten wir dann wieder in Hanoi, da wir tagsdarauf weiter nach Hong Kong geflogen sind und Pia zurück nach Frankfurt 🙂
Es war ein toller Trip und in zweieinhalb Wochen haben wir selten so viel gesehen!

Mo, hai, ba, yooo!! (vietnamesischer Trinkspruch "eins, zwei, drei, jaaaa")

Unsere Reiseausgaben von Vietnam findet ihr hier

Wissenswertes über Vietnam

- es gibt fast 90 Mio Einwohner
- die Landeswährung heißt Dong wobei 1 Euro = 24.856 Dong
- Vietnam ist Exportmeister von Cashewkernen
- der häufigste Nachname hier ist Nguyen

Was wir lustig fanden:

- beim Rückwärts fahrenden LKWs ertönt eine Melodie
- Synonym für Schnapps ist Happy Water
- eine Pho (Suppe) zum Frühstück und das bei morgendlichen 32°C
- alles was aus Teig gemacht wird heißt Banh
- Nachtbus fahren ist super bequemes reisen

Was echt genervt hat:

- dauerhaftes rumhupen der Rollerfahrer
- die Toiletten an den Raststätten sind abartig
- hier kann sich wohl jeder Frisör nennen - Kahlschlag nötig nach Frisörbesuch
- für 400km ca 14h unterwegs sein

Interessantes:

- das von den Vietkong gebaute Tunnelsystem betrug über 250km

Schlimmmes:

- Bilanz des Vietnamkrieges: 1 Mio. getöte Soldaten, 2 Mio getöte Zivilisten
- Langzeitauswirkung Agent Orange (1000x giftiger als Cyankali) betrifft heute noch über 1 Mio Menschen
- es wurden 45,6 Mio Liter versprüht.
- Amerikanische Soldaten mit Langzeitschäden haben Entschädigungszahlungen erhalten
- Amerika sieht sich bis heute nicht in der Verantwortung in Vietnam für Folgeschäden des Kriegs aufzukommen

3 Antworten

  1. Ma
    Ich wollte sagen dass, die Musik bei Saigon Video so stimmungsvoll und schön ist... Saigon Impressionen sind mein Favorit ..
  2. Die Bilder außerirdische toll...die Montage immer besser..die Musik nervig aber ich bin alt ( nicht maßgeblich). Die Welt ist Wunderschön!! Weiter so...LG. Ma
  3. Die Höhlen sind ja echt gigantisch! Am schönsten fand ich aber das Lampionfest, ihr habt die Stimmung echt gut aufgenommen . Toll!

Schreib einen Kommentar