Nordthailand

Nordthailand

Wir sind im Land mit dem meisten Tourismus angekommen. Nach dem verschlafenen und ruhigen Laos sieht es in Thailand schon wieder ganz anders aus. Die Straßen sind in gutem Zustand und überall gibt es Supermärkte und Einkaufszentren im westlichen Stil.
Um die Reisezeit zu verkürzen machen wir in Chiang Rai einen kleinen Zwischenstop.

Chiang Rai

Chiang Rai ist eine eher kleinere Stadt, die wir im ersten Moment nicht so schön fanden. Etwas schäbig in den Seitenstraßen und etwas verrufen sehen die Massagesalons aus. Immerhin gibt es super leckeres und günstiges Essen auf der Fressmeile und wir schlendern ein bisschen durch die ganzen Verkaufsläden.

Am nächsten Tag machen wir noch einen kleinen Abstecher zur weißen Pagode (Wat Rong Khun). Weiße Wände sind eher ungewöhnlich für Tempel hier in Asien und sollen in diesem Fall die Reinheit Buddhas symbolisieren. Der Weg durch die Wasseranlage ist so angelegt, dass man von der Hölle Richtung Himmel läuft. Aus dem Wasser greifen hunderte Arme empor und andere gruselige Skulpturen richten die Augen auf einen. Im Inneren erwartet einen ein Mönch aus Wachs und ein rießiges Gemälde des Künstlers Chalermchai Kositipat, welches wir anders erwartet hätten als es aussah.
Ein Wechsel von Himmel und Hölle verziert mit allerlei Comicfiguren und Helden aller Zeitepochen. So finden sich dort auch Batman, Star Wars Figuren oder Pokemons zwischen den buddhistischen Zeichnungen wieder. Naja Kunst liegt ja immer im Auge des Betrachters aber das war einfach nur trashig.

Wenn auch Chiang Rai noch viele Gelegenheiten bietet um Ausflüge zu machen oder einen Trip weiter in den Norden um Bergvölker zu besuchen, haben wir dennoch das Gefühl in Vietnam und Laos bereits genug davon gesehen zu haben. Wir dachten uns, dass sich das alles bestimmt relativ ähnelt. Also machen wir uns Richtung Chiang Mai um mal ein paar Tage länger am gleichen Ort zu bleiben.

Chiang Mai

Wir haben uns nicht ohne Grund Chiang Mai ausgesucht um hier ein paar Tage Pause zu machen. Die Stadt ist die größte im Norden Thailands, hat alle Annehmlichkeiten, wie Shoppingzentren oder Kinos, ist aber noch nicht zu groß geworden.

Außerdem wollten wir uns das bekannte Lichterfest, welches gerade in Chiang Mai groß gefeiert wird, anschauen. Das Fest findet üblicherweise bei Vollmond und im November statt. Vollmond ist hier eigentlich immer ein Grund zum Feiern 😀 Aber auch sonst bietet Chiang Mai zig Unterhaltungsangebote wie Rafting, Elephantencamps, Kochkurse oder Thaiboxtraining.

Wir können uns doch nicht so recht entscheiden das eine oder andere zu machen und genießen es mal ein paar Tage zu faulenzen, am selben Ort zu sein, ins Kino zu gehen und in den Tag hineinzuleben. Hier und da mal etwas shoppen und endlich mal dunkles Brot mit Schinken und Kääääse essen.
Nach unserem monatelangen Käseentzug haben wir fast schon vergessen wie lecker sowas simples sein kann. Wir fangen beim essen fast an zu sabbern so lecker ist das. Was uns in Deutschland fast zu langweilig wäre, ohne ein bisschen Tomate oder Gurke, ist hier ein absolutes Highlight und dank der westlichen Supermärkte und geradeso erschwinglichen Preise auch machbar.

Aber zurück zum Festival und warum wir hier nach Chiang Mai wollten. Das Lichterfest "Loy Krathong" wird zusammen mit dem Yi Peng Event gefeiert. Für Loy Krathong werden kleine geschmückte Schiffchen mit brennenden Kerzen auf den Fluss gelassen und zu Yi Peng werden auf einer großen Lichtung, zu einer bestimmten Uhrzeit, tausende kleine Heißluftballons in den Himmel losgelassen, welche den Nachthimmel erleuchten und einen traumhaften Anblick bieten.

Das Fest findet seinen Ursprung in Indien, als Danksagung an die Gottheit des Ganges. Die schwimmenden Flöße und die Heißluftballons haben die Bedeutung allen Ärger, Groll und Verunreinigungen der Seele loszulassen. Ein Volksfest für die Thais, bei dem auf den Straßen viel getrunken und gegessen wird und ein Event das man zusammen mit Freunden und Familie feiert, um auch die Zusammengehörigkeit zu unterstreichen.

Natürlich haben wir uns auch auf den Weg gemacht um dieses Spektakel mitzuerleben. Leider mit der kleinen Hürde, dass die Stadt das kostenlose Event abgesagt hat und es nur ein Touri-Event gibt, welches von einer Buddha-Sekte organisiert wird und 100 Euro kostet. Abgesehen davon, dass es komplett ausgebucht war hätten wir uns das eh nicht leisten können.

Also haben wir es wie hunderte andere gemacht und haben unseren Heißluftballons zusammen mit tausend anderen Menschen ca. 100 Meter vor dem abgesperrten Bereich emporsteigen lassen. Auch hier konnten wir alles sehen und das ganz besondere Erlebnis, umgeben von tausenden Ballons den erleuchteten Himmel zu bestaunen, erleben. Wir beschließen unsere kleineren Streitereien, die wir immer wieder mal haben mit in den Himmel zu schicken und genießen den Anblick der aufsteigenden Lichter und die warme Atmosphäre von glücklichen Menschen um uns herum. Selbst nach 15 Minuten steigen immernoch unzählige Ballons auf und der leichte Wind formt die Lichter zu einer riesigen Spirale am Nachthimmel. Wunderschön!

Wir warten bis die ersten tausend Besucher die Gegend verlassen haben und machen uns selber zurück in die Stadt. An den Linksverkehr mit dem Roller müssen wir uns erst noch gewöhnen. Aber nach 1-2 Tagen haben wir auch das relativ schnell und unfallfrei gemeistert. Noch ein paar Tage entspannen und dann geht es weiter nach Myanmar. Seit 2011 erst wieder richtig zugänglich sind wir gespannt wie sehr sich Birma vom touristischen Thailand unterscheidet.

Unsere Reiseausgaben in Nordthailand findet ihr hier

Interessantes über Thailand

- niemals auf einen Geldschein treten, da der König darauf abgebildet ist, das ist Majestätsbeleidigung und wird bestraft
- in Thailand sind Wochentage bestimmten Farben zugeordnet und die meisten Thais kennen diese auch, oft sieht man sie an diesen Tagen die jeweilige Farbe tragen

Montag = Gelb
Dienstag = Rosa
Mittwoch = Grün
Donnerstag = Orange
Freitag = Blau
Samstag = Lila
Sonntag = Rot

- der Kopf ist heilig und man darf anderen nicht an den Kopf fassen
- Füße sind dreckig, daher meistens vorm Haus Schuhe oder Flipflops ausziehen
- auch zeigt man mit den Füßen nicht auf Personen, Heiligtümer, Buddhas oder Bilder des Königs
- 95% sind Buddhisten und für Frauen gilt wieder: Niemals einen Mönch anfassen!

Aufregend fanden wir:

- Linksverkehr mit dem Roller fahren
- selbest einen Heißluftballon starten zu lassen
- in Thailand ins Kino zu gehen (vor Filmbeginn spielt die Landeshymne und man steht auf während ein kleiner Film über den König gezeigt wird)

Cooles:

- Thailand hat den weltweit am längsten regierenden Monarch: Bhumibol Adulyadej - Seit 1946 gekrönt - Die Thais lieben ihn. Scheint ja auch ganz cool zu sein. Hat Medizin in Havard studiert, einen Abschluss in Engineering in der Schweiz, spielt Saxophon und hat selber die Hymne komponiert
- Shopping Malls sind rießig und man kommt sich vor wie in Europa/Amerika
- sehr saubere Straßen
- einfaches Reisen, da westlich geprägte Städte (Einkaufsläden, Restaurants etc.)

Nerviges:

- Essen ist meist wesentlich teurer als in Vietnam oder Kambodscha
- Thailand ist starken Tourismus gewohnt und so fällt es viel schwerer zu handeln und günstige Preise zu ergattern, alles ist eben ein Zusammmenspiel von Angebot und Nachfrage

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