Laos

Laos - Das Land der Millionen Elefanten

Don Det - 4000 Islands

Nach unserer abenteuerlichen Busfahrt bis zur Grenze und unserer ersten Erfahrung an einer Überlandgrenze sind wir ganz im Süden in Laos angekommen. Aber nach 12h reisen sind wir noch nicht am Ziel. Aus Panik keine tolle Unterkunft auf Don Det, einer der 4000 Islands, zu bekommen haben wir schon etwas im Voraus gebucht. Nur das wir leider nicht gemerkt haben, dass unser Bungalow am anderen Ende der Insel liegt und es hier keine richtigen Straßen sondern nur Wanderwege gibt.
So sind wir nach 5h Fahrt, 2h Wartezeit, 2h Weiterfahrt, 2h Grenze überqueren, 1h Weiterfahrt und 30 min auf dem Boot zwar endlich auf der Insel aber wissen nicht, wie wir mit unserem Gepäck weiterkommen.

Die spontan billigste Lösung: Mit Gepäck aufs Fahrrad und die zwei Kilometer kurz rüberstrampeln.

Leichter gesagt als getan und wir erlernen den feinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was sich so machbar anhört, wird mit 20kg Gepäck auf dem Rücken und kleinen, rostigen und halbplatten Hollandrädern zu einer absoluten Tortur. Das wir bereits 23 Uhr abends haben, der Weg nicht beleuchtet und der Trampelpfad mit Schlagllöchern gespickt ist gibt uns den Rest. Wir fahren zurück und steigen da ab, wo unsere Reisefreunde sich einquartiert haben. Klein und spartanisch aber dafür günstig und direkt mit Blick zum Sonnenuntergang über dem Mekong.

Die Räder benutzen wir am nächsten Tag, um uns bei der gebuchten Unterkunft zu entschuldigen, dass wir nicht aufgetaucht sind und um eine kleine Inselrundfahrt zu machen. Ansonsten lernen wir den laotischen Lebensstil kennen. Immer locker bleiben. Bloß kein Stress und so hauen wir uns in unsere Hängematten und genießen das gute Wetter.

Pakse - Bolaven Plateau

Die 4000 Inseln im Mekong sind ganz nett und wirklich entspannend, wenn man einfach mal ab vom Schuss und seine Ruhe haben will. Aber uns ziehst es dann doch weiter. Schließlich gibt es hier so viel zu sehen und 30 Tage sind bei unserer entspannten Reiseart nicht gerade viel. Also raffen wir uns auf und fahren weiter nach Pakse.
Als Ausgangslager für ein paar nette Ausflüge soll uns Laos drittgrößte Stadt dienen. Naja uns kommt sie eher wie Laos größtes Dorf vor. Kaum zu glauben dass hier 65.000 Menschen leben sollen, denn
Laos hat gerade mal 6 Millionen Einwohner und dementsprechend ruhig ist es hier überall.
In Pakse gibt es eine Menge Wasserfälle rund ums Bolavenplateau. Wir schnappen uns , mal wieder, den Roller und erkunden alles auf eigene Faust.
Wir staunen immer wieder über die zig Leute die geführte Touren zum 10-fachen Preis buchen, dabei ist es doch viel angenehmer, genauso einfach, wesentlich billiger, aber viel individueller es selber zu machen. Kurz um wir haben uns zwei Tage die schöne Gegend und Landschaft angeguckt, aber für ein paar extra Tage Aufenthalt hat uns Pakse leider nicht ganz überzeigen können.

Vientiane

Bei der Suche nach einheimischen Festivals, die wir während unserer Reise besuchen können ist uns das Boun Pimai Fest in Laos ins Auge gefallen. Zum Ende der Regenzeit gibt es ein riesiges Fest bei dem Bootsrennen auf dem Mekong veranstaltet werden. Die Ruderbooten haben Platz für 40 Mann.
Die Festlichkeiten gehen gleich mehrere Tage und die ganze Stadt gleicht einem großen Jahrmarkt. Über drei Kilometer lang gibt es Schießbuden, allerlei Essensstände, Unmengen an Kleidung und Souveniers und
Verkaufsbuden, die man mit Marktschreiern bei uns vergleichen könnte. Bei voll aufgedrehten scheppernden Boxen werden alle Vorbeilaufenden auf laotisch von jeder Seite halb angeschrien, hier doch etwas Waschpulver oder dort ein Handy zu kaufen.

Am Ende hat einem der Rummel dann ganz schön zu schaffen gemacht und weiter hinten zwischen Boxarena, Kinderkletterberg und Technobühne gab es im Park dann doch noch ein zwei Plätzchen, wo es leise genug war um sich zu unterhalten.
Das Bootsrennen selber war dann leider doch nicht sooo spannend wie erhofft, was auch daran liegen mag, das wir keine Ahnung hatten wer da gegen wen angetreten ist. So waren ein zwei Bootsrennen ganz lustig aber dann auch genug.

Für den nötigen Kulturteil haben wir uns noch den Buddha Park in der Nähe von Vientiane angesehen. Hier kann man zwischen unzähligen Buddha Figuren durch den Park spazieren. In allen Größen, Formen und Arten gibt es hier Figuren zu bestaunen. Ein echter Hingucker, aber bei knackiger Sonne und 33 Grad hält man es da auch nur im Schatten der ganzen Figuren aus 😀

Vang Vieng

Weiter im Norden kommen wir nach Vang Vieng. Der einstige Partyort von Laos zieht mittlerweile mehr Ökotouristen an als feierwütige Jugendliche. Nachdem im Jahr 2011 die Partys etwas zu heftig wurden und über 20 Menschen ihr Leben verloren machte die Regierung dem ganzen ein Ende und schloss an die 24 Bars. Man kann zwar immernoch gemütlich am Fluss entlang tuben (also im Autoschlauch den Fluss entlang treiben) und dabei ein paar Bierchen kippen, nur ist man jetzt die Scharr von Betrunkenen und anderen Drogenopfern los.

Umso entspannter wirkt hier alles. Es gibt überall leckere Sandwiches, hier und da ein paar Bars und Kneipen zum feiern und tagsüber sind die Aktiven im Wasser oder am Klettern und die mit Kater liegen in einem der Chillerrestaurants und gucken bei Westernfood und Cocktail eine Runde "Friends". Die Serie scheint hier auch schon seit 10 Jahren rauf und runter zu laufen 😀

Der Weg von Vientiane nach Vang Vieng war weitaus weniger entspannt. Sind wir bis jetzt unfallfrei durch die Gegend gereist, hat es uns in Laos zumindest indirekt erwischt. Unser Busfahrer, der auch bei weitem nicht der Schlimmste war, hatte einen Zusammenprall mit einem einheimischen Rollerfahrer. Ein deutsches Pärchen neben uns (beide Arzthelfer im Krankenhaus) haben prompt reagiert und sind zur ersten Hilfe geeilt.
Wir und noch einige andere haben versucht alles an erste Hilfe Utensilien zusammen zusammeln und zur Verfügung zu stellen. Der Rollerfahrer hatte immenses Glück und neben einem Schock und ein paar kleineren und größeren Kratzern an Bein und Schläfe nichts lebensbedrohliches Abbekommen. Der Roller mit Anhang war stattdessen zweigeteilt und total Schrott. Da wir auf einen neuen Bus warten mussten dauerte die Busfahrt anstatt vier Stunden mal gleich doppelt so lang, aber immernoch besser als bei etwas schlimmeren Zeuge zu sein.

Müssen da kurz mal drei mal aufs Holz klopfen!! Bis jetzt sind wir dauernd unterwegs am Reisen, in den abnormalsten Fortbewegungsmitteln, aber haben noch keinen Kratzer abbekommen..ToiToiToi.

Nach der Busfahrt mussten wir erstmal lange ausschlafen bevor wir uns dem typischen Backpacker-Vang-Vieng-Prozedere anschließen. Wir gehen klettern und tuben, feiern eine Runde oder fahren mit Reisebekanntschaften mit dem Roller durch die Gegend. Entspannen in der Hängematte am Ufer und schlürfen bei jeder Gelegenheit einen der leckeren Fruchtshakes. Backpacking wie es im Buche steht.
Oder um die Modebegriffe zu nehmen, könnte man uns auch als Bashpacker bezeichnen(Der gesunde Mix aus Backpacking und Flashpacking).

Luang Prabang

Laos ist ja bekanntlich das Land der beeindruckensten Wasserfälle und von überall her hört man immer wieder wie toll die Wasserfälle sein sollen. Das hat uns natürlich auch interessiert. Wir haben bis jetzt sogar einige weg gelassen, um uns dann in Laos satt zu sehen. Nach den imposanten Wasserfällen im Bolavenplateau, welche sehr schön sind aber eben eher was zum angucken sind, wird es jetzt spaßiger.

Die beiden Wasserfälle nahe Luang Prabang bestechen durch die entstandenen Wasserterrassen, welche neben einer schönen Fotokulisse optimal zum baden einladen. Süßwasser ist eben bei Hitze noch die beste Erfrischung und die Wassertemperatur perfekt um nicht zu frieren, sich aber dennoch abzukühlen.

Das Ganze verbinden wir mit einem Besuch der Bärenrettungsstation am Tad Kuangsi Wasserfall, an der Bären aufgepäpelt und gehalten werden, welche zuvor aus kleinen Käfigen befreit wurden, in denen sie sich Jahre lang nicht bewegen konnten und ihnen täglich Gallensaft abgezapft wurde. Nur weil ein paar Vollidioten denken, der Gallensaft wäre gut für die Gesundheit, dabei kann er sogar schädlich sein. Der größte Markt hierfür ist China.
Interessanterweise begegnen uns solche kuriosen Machenschaften und Tiermisshandlung zugunsten der Potenz oder anderer angeblicher Heilkräfte immmer wieder auf der Reise. Wobei der Markt auch immer der gleiche ist.
Sorry China aber habt ihr noch nie was von Viagra gehört? Die müssen anscheinend echt ein Selbstwert- und Egoproblem haben um ständig so ein Zeug zu schlucken. Bärengallensaft, Affenhirn, Nashornhornpulver, Tigerknochen usw. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man echt darüber lachen!

Zurück in Luang Prabangs Innenstadt fühlen wir uns schon fast wie in Europa. Vielleicht wie in einem kleinen französischen Städtchen. Kolonialstilgeprägte Häuser, idyllische Straßenzüge und eine Flusspromenade entlang eines Mekongausläufers. Diesen kann man z.B. mit einem kleinen Boot mit zwei Paddlern überqueren und auf der anderen Seite des Flusses bei romantischer Musik zwischen Bambus und Lampions super lecker ein laotisches BBQ zu sich nehmen.Wer da mal nicht relaxen kann...

Houay Xay

Doch auch unsere Tage sind in Laos bald gezählt und viel zu schnell müssen wir weiter. Die Tage des Entspannens haben wir genutzt, um Energie für unser letztes Unterfangen in Laos zu sammeln.
Nahe der thailändischen Grenze konnten wir noch zwei Plätze bei der Gibbon Experience ergattern um hoch oben in den Baumwipfeln des Dschungels zu schlafen, der Natur zu lauschen und uns, fast wie Affen, mit Ziplines von Baum zu Baum zu bewegen.
Doch das ganze steht ja bereits hier, in diesem Beitrag Gibbon Experience

Unsere Reiseausgaben in Laos findet ihr hier

Interessantes über Laos

- 95% aller Laoten sind Buddhisten und über 80% arbeiten in der Landwirtschaft
- laotischer Kaffee ist die stärkste Exportware
- Laos hat gerade einmal 6 Mio. Einwohner
- 24 Einwohner pro km²
- Hauptstadt Vientiane hat 600.000 Einwohner
- die laotische Sprache hat (wie auch die vietnamesische) über 6 verschiedene Tonlagen, ein Wort kann also anders betont 6 verschiedene Bedeutungen haben
- eine Frau darf einen Mönch nicht anfassen und auch nichts direkt überreichen, es wird in greifbarer Nähe hingelegt und der Mönch nimmt es sich dann

Super lecker fanden wir:

- Or Lam (regionale Reissuppe)
- Laap (Nationalgericht, mit dem Beil gehacktes Hackfleisch, gewürzt mit Limettensaft, Chilli, viel Minze und Schnittlauch, dazu Reis)
- Früchteshakes in allen Variationen

Schlimmes:

- Laos ist das meist bombardierteste Land der Welt - obwohl damals neutral eingestellt wurden über 2 Mio. Tonnen Bomben während des Vietnamkrieges über Laos abgeworfen
- USA hat bis heute keinen Cent Reparationszahlungen geleistet oder seinen Beitrag geleistet um all die Blindgänger zu entschärfen
- bei dem aktuellen Tempo wird es noch über 100 Jahre dauern bis Laos frei von Blindgängern ist
- Laos ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt, ein Viertel also jeder Vierte lebt unter der nationalen Armutsgrenze

Nerviges:

- die Fahrt nach Houay Xay. 12h mit einem alten, maroden Bus durch die Nacht bei nerviger und lauter Musik vom Busfahrer & schlechten Straßenverhältnissen
- der latoische Lebensstil ist extrem langsam und chillig..man könnt es auch einfach faul chillig nennen

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