Über Komodowarane und Mantarochen

Komodowarane und Mantarochen

Nach 10 Tagen Krankheitszwangspause können wir endlich das machen warum wir hier auf diese Insel gekommen sind. Erneut die Unterwasserwelt bestaunen und die größten und gefährlichsten Echsen der Welt hautnah erleben. Die Komodowarane.

Tauchen im Komodo Nationalpark

Nachdem Kaja ja schon einen Tag tauchen war und wir somit eine super Tauchschule hatten, ging es jetzt nochmal zwei Tage raus aufs Meer. Manta Rhei waren die jenigen mit dem neuesten und besten Boot und so gabs morgens lecker Frühstück bevor man nach ca. einer Stunde Fahrt den ersten Tauchspot erreicht hat. Zwischen den Tauchgängen kann man sich mit Obst und einer Portion Sonne auf dem Dach des Bootes wieder seine Energiereserven auffüllen und zum Mittagesse gab es auch immer Portionen, die groß genug sind damit alle satt werden.

Aber das eigentlich spannende hat sich unter Wasser abgespielt.
Nachdem wir auf dem ganzen Weg von Thailand über Malaysia nach Indonesien ja immer neue super Tauchspots ausprobieren konnten, sind wir hier mittlerweile am Höhepunkt angekommen. Nirgends waren die Korallenriffe bis jetzt so gut erhalten, die Spots voll mit Unmengen von verschiedenen Meeresbewohnern, sodass das aufzählen schon Stunden dauern könnte. Gekrönt von Tauchspots mit so genannten „Waschstationen“ an denen sich die majestätischen Mantarochen von Putzerfischen säubern lassen.
Wer große Fische sehen will muss dahin wo es starke Strömung gibt, denn hier gibt es viel Nahrung. Also ist ein Tauchgang bei dem man Mantarochen sehen will automatisch Strömungstauchen. Wie im Rausch fliegt man hierbei Unterwasser am Riff entlang, immer den Dive Mmaster hinterher. Und wenn es etwas Spannendes zu sehen gibt versucht man sich irgendwo festzuhalten ohne das Riff zu zerstören und gleichzeitig dicht am Boden bleiben um der Strömung zu entgehen. So ist es auch nicht unüblich, dass wir uns in der Gruppe alle aneinander festhalten, da der erste einen guten Halt hat.
Das ist natürlich meistens an den interessanten Stellen der Fall. So auch als wir direkt nach dem Abtauchen den ersten riesigen Mantarochen sehen. Ein Prachtexemplar von 5 m Spannweite schwebt förmlich über einem Felsvorsprung, schwimmt von Seite zu Seite und lässt sich sein Frühstück schmecken. Auf einer Seite davon versuchen wir uns irgendwie am Untergrund festzuhaken und verharren hier für einige Minuten um dem Rochen zu zuschauen und jedes Mal über seine Größe zu staunen wenn er nur wenige Zentimeter von uns entfernt vorbeischwebt.

Und so geht dieser Strömungstauchgang weiter. Immer mehr und mehr Mantarochen machen wir ausfindig, halten immer wieder inne und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Krönung des Ganzen war eine Stelle an der wir zwei Rochen beobachtet haben und während dessen drei weitere direkt über uns drüber schwammen. Zum Greifen nah, waren sie über uns drüber. Sie haben uns selber gar keine Beachtung geschenkt und sind wohl einfach weiter geschwommen auf der Suche nach Nahrung. Ein Moment bei dem man unter Wasser richtig drauf achten muss nicht das Atmen zu vergessen. Ein unvergesslicher Tauchgang der Superlative.

Alle anderen Tauchgänge sind nicht weniger spektakulär und die gesunden Riffe bestaunen zu dürfen sind ein Balsam für die Seele, das hier glücklicherweise bis jetzt erfolgreich das Dynamitfischen untersagt wurde, das sonst in Indonesien schon so viele Riffe zerstört hat.
Immer wieder Großfische, Riffhaie und neue extrem Erfahrungen mit starken Strömungen in alle Richtungen haben unsere Taucherfahrung stark erweitert.

Ein Besuch auf Komodo Island

Am letzten Tauchtag haben wir uns entschieden, anstatt des dritten Tauchgangs des Tages einen Stopp auf der Komodoinsel zu machen um die ältesten Echsen der Welt zu bestaunen.
Der Komodowaran ist schon viele Millionen Jahre alt und hat sich seitdem kaum verändert.
Durch das auseinander driften der Kontinente ist der Komodowaran nur noch auf sechs Inseln in der Nähe von Flores zu finden. Diese Urzeitmonster werden bis zu 3m lang und 70kg schwer. Das Maul des Komodowarans ist so sehr von giftigen Bakterien zersetzt, das seine Jagdmethode eine ganz einfache ist. Eine schnelle Attacke und ein Biss des Tiers genügt und sein Opfererliegt innerhalb weniger Tage der infizierten Wunde. Die Bakterien breiten sich im Organismus des Opfers aus verursachen Fieber und schwächen das Opfer so sehr, bis es sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Das einzige was der Komodowaran tun muss ist warten. Clever oder?

Von selbst versteht sich, dass man auch als Mensch dem Komodowaran nicht zu nahe treten sollte. Geführt von zwei Guides die unsere Gruppe bewachen, laufen wir einen Wanderweg entlang und können von sicherer Entfernung die Tiere beäugen. Etwas mulmig wird einem schon wenn auf einer Stelle gleich mehrere große ausgewachsene Tiere neben- und aufeinander liegen und man nur hofft das keiner von denen noch hungrig ist.
Da kennen die Warane nämlich nix. Nicht umsonst haben die Jungen die Fähigkeit auf Bäume zu klettern, da die Komodowarane ohne zu zögern auch die kleinen Neugeborenen fressen würden.
Gesättigt von lebensgefährlichen Tieren und der unglaublichen Unterwasserwelt verlassen wir auch nicht nur die Komodoinsel sondern auch Labuan Bajo früher als geplant. Nach fast 10 Monaten Asien fangen wir an auf ein neues Abenteuer zu fiebern.

Zugegeben es gibt noch sehr, sehr viel in Indonesien was wir sehen wollen, aber nach der ganzen Denguefieberaktion, der Dauerhitze und dem Dauerschwitzen der letzten Monate gewinnt am Ende die Aussicht auf etwas mehr Zivilisation, Supermärkte und der Möglichkeit einen neuen Kontinent zu bereisen.

Nusa Lembongan

Daher haben wir kurzer Hand einen Flug von Bali nach Cairns in Australien gebucht und verbringen die letzten 8 Tage gemütlich auf einer kleinen Insel östlich von Bali.
Genießen die Sonnenuntergänge, gehen nochmal tauchen, fahren mit dem Roller die Insel ab, bestaunen Seegrasfarmen und Mangrovenwälder in der Umgebung. An einem Aussichtspunkt namens "Devils Tear" sind die Sonnenuntergänge besonders spektakulär, da hier die Wellen an Karststeinklippen branden und an einigen Ecken das Wasser regelrecht wie ein Vulkan in die Höhe schießt. Nicht ganz ungefährlich wenn mal eine größere Welle anrauscht!

Am letzten Tag übernachten wir in der Nähe vom Flughafen und schauen noch mal schnell in Balis Touristenhochburg Kuta vorbei um uns mit günstiger Kleidung zu versorgen und ein letztes Bintang in Indonesien zu trinken.
Da unser Flug um 2 Uhr nachts los geht und wir somit 61 Tage statt der erlaubten 60 in Indonesien waren, dürfen wir mitten in der Nacht auch nochmal Lehrgeld am Flughafen bezahlen und uns belehren lassen das nächste Mal lieber richtig zu zählen wie lange das Visa noch gültig ist. Die 40 Euro hätten wir lieber im Duty-free-Shop ausgegeben. 😀
Egal denn nur wenige Stunden trennen uns von Australien und wir freuen uns auf leichte Verständigung, Auto kaufen, Käse, endlich wieder selber kochen und einen Roadtrip durch Down Under.

Unsere Reiseausgaben in Indonesien findet ihr hier

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