Zur Hauptsaison auf den Philippinen

Hauptsaison Philippinen

Die zweite Hälfte unseres Philippinenaufenthalts bricht an und wir versuchen ein letztes Mal einen Blick auf die riesigen Walhaie zu ergattern.
Das soll ganz gut in Donsol, im Süden von Luzon, gehen. Hier werden die Walhaie auch nicht angefüttert und somit wird das natürliche Verhalten der Tiere nicht gestört. Das hört sich besser an als in Oslob, wo eben Anfüttern an der Tagesordnung steht und die Touristen in Scharen hingebracht werden und alle die Tiere anfassen.
Das wollen wir natürlich nicht unterstützen und nehmen es daher gern in Kauf, dass wir mehr auf unser Glück hoffen müssen welche zu sehen.


Donsol

Es hat schon eine kleine Ewigkeit gedauert um die wenigen 100 km Luftlinie von Malapascua nach Donsol zurückzulegen. Erst mit dem Boot aufs Festland von Cebu, dann Jeepney, Bus, Tuktuk zum anderen Hafen, eine Nachtfähre nach Masbate, dort mit dem Minivan quer über die Insel, mit der nächsten Fähre nach Pilar und von dort wieder mit Tricycles nach Donsol. Naja nach gut 30 h unterwegs sein, haben wir es geschafft und machen an dem Tag erstmal gar nichts mehr.

Donsol ist an sich ein kleines Fischerdörfchen und hat außer den Walhaien, die saisonmäßig jedes Jahr vorbeikommen und hier in der Bucht gerne haltmachen, wirklich nichts zu bieten. Wir sind am Anfang der Saison da und somit ist es eben Glücksache ob man Walhaie sieht oder nicht. Im März/April sind die Chancen da um einiges besser.

Am nächsten Tag regnet es mal wieder den ganzen Tag und wir erfahren, dass es die letzten vier Tage keine Sichtungen gab. Bei schlechtem Wetter und welliger See ist es auch sehr schwer die Walhaie im Wasser ausfindig zu machen. Also verlängern wir und bleiben zwei Tage länger da als geplant, aber das Wetter will und will sich einfach nicht ändern. Hier rumzuwarten drückt aber auch richtig aufs Gemüt. Schlechtes Wetter, kein Internet, Stromausfälle und ein dunkles Zimmer sind nicht gerade einladend hier länger als nötig zu bleiben.

Im Nasskalten Wetter versuchen wir es also doch nochmal und gehen mit aufs Meer, aber nach 4 h vergeblichen Suchens sind wir froh, kalt und durchnässt, am Ende wieder im Zimmer zu sein.

Man kann leider nicht alles haben. Oft genug hatten wir Glück, aber hier hängt uns einfach eine Dauerregenwelle hinterher, die wir einfach nicht abschütteln können.

Wir entschließen uns das Thema Walhaie an den Nagel zu hängen und stattdessen mal was Neues auszuprobieren.

Legazpi und Mt Mayon

Ganz in der Nähe von uns gibt es nämlich noch andere Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Knappe 40 km weiter kommen wir in Legazpi, einer Kleinstadt mit angenehmer Größe an und man sieht schon von weitem was diesen Ort hier berühmt macht. Er liegt nämlich ganz nah am Mt. Mayon, einem aktiven Vulkan der geradezu wie aus dem Bilderbuch gemalt ist. Zuerst haben wir überlegt den Prachtkerl zu besteigen, uns dann aber doch für die etwas spannendere Alternative entschieden.

Es ist noch gar nicht lange her, da hat der formschöne Vulkan nämlich ordentlich gespuckt und Anwohner mussten evakuiert wurden. Übrig geblieben ist ein langer dunkler Lavakanal. Genau an der Stelle ist es jetzt möglich mit ATVs, also Quads über die alte Lava den Vulkan hochzurasen.  Das klingt schon nach mehr Spaß als stundenlang wandern, was uns in Nepal dann sowieso bald erwartet.

Gesagt getan und es geht mit einem Guide voran quer über Stock und Stein, durch Flüsse, über Lavagestein, Straßen und Brücken. Wir haben uns die längere Strecke ausgesucht und gemerkt das Quad fahren bei dem harten und groben Untergrund ganz schön in die Arme gehen kann.

Anfangs noch etwas zögerlich, geht es nach kurzer Zeit mit ordentlich Tempo über die Strecke und wir kommen immer besser klar mit den ATVs. Am Ende der Strecke ungefähr auf halber Distanz zum Gipfel gibt es dann einen Aussichtspunkt von dem man wunderbar die Landschaft und den Vulkan betrachten kann, bevor es dann wieder auf die Quads und wieder zurückgeht.

Am Ausgangspunkt der Tour ist man gleichzeitig bei den Cagsawa Ruinen, denen wir auch noch einen kleinen Besuch abstatten und sehen können was übrigbleibt, wenn Lava ein ganzes Dorf platt macht. Nämlich fast nichts außer dem Kirchturm. Da sind wir dann doch ganz froh, dass wir bis jetzt keine heiße Lava zu Gesicht bekommen haben.

Naga und Bagasbas

Weiter geht es mit Extremsportarten und wir schwingen uns in Naga aufs Wakeboard. In Naga steht eine riesiger Cablepark, der zudem schon zweimal zum besten Wakeboardpark der Welt gewählt wurde. Das wundert einen Kaum denn hier gibt es Platz ohne Ende und die Location an sich ist toll aufgebaut. Ein bisschen zu viele Franzosen sind hier für unseren Geschmack und die Boards zum Ausleihen sind auch mehr für die Anfänger gedacht. Aber um mal ein zwei Runden übers Wasser zu sausen reicht es aus und es ist mal eine lustige Abwechslung zum üblichen Reisen

Hier sehen wir auch zum ersten Mal was der starke Taifun, der an Weihnachten über die Philippinen gerast ist, angerichtet hat. Etliche Wohnhütten sind zerstört, Pavillons umgeworfen und alles was nicht Niet- und Nagelfest war wurde weggefegt.

Der Wakepark wird sich sowas wohl noch leisten können, die Wohnorte in der Umgebung sehen da schon schlimmer aus. Immer wieder sieht man eingestürzte oder umgestürzte Hütten. Zwei Wochen bevor wir hier angekommen sind, müssen die Anwohner die Hölle durchgemacht haben über Weihnachten.

Weiter auf dem Weg nach Norden, machen wir in einem kleinen Dörfchen Halt, dass Bagasbas heißt und in dem man angeblich gut Kitesurfen kann. Wir kommen im Dunkeln an und quartieren uns erstmal ein, aber ein erster Eindruck der Leute lässt uns Schlechtes erahnen.

Und so erzählt uns der Chef bei dem wir wohnen und der eigentlich auch Kiteausrüstung und Stunden anbieten soll, dass das Dörfchen hier seit Jahren von mehreren Taifunen im Jahr heimgesucht wird und zudem die letzten Jahre der Wind immer mehr ausbleibt. Das ist natürlich ein K.O.-Kriterium für einen Kitesurfstandort und bei einem Spaziergang am Strand sehen wir auch was er gemeint hat. Fast alle Geschäfte, Restaurants und Bars sind geschlossen und verlassen. Es gibt nur noch ein zwei Restaurants und anscheinend einen Filipino der noch etwas veraltete Ausrüstung zum surfen und kiten anbietet.

Dabei schien dieses Dorf vor 10-15 Jahren einen wahren Boom gehabt zu haben. Was mittlerweile einer Geisterstadt gleichkommt muss damals wahrscheinlich einen Flair wie Koh Tao in Thailand gehabt haben.

Wir überlegen kurz und entscheiden uns dann aber auch direkt weiter zu reisen. Auch der Strand bietet einfach nicht genug um hier länger zu bleiben. Da gibt es dann doch schönere Orte auf den Philippinen zu bereisen.

Manila is a dangerous city!!..??

Nach unserer spontanen Fluchtaktion aus Bagasbas wollten wir eigentlich nach Talisay weiterreisen, wo es einen Vulkan in einem See gibt und die Landschaft wunderschön sein soll. Allerdings kommen wir nur sehr spät los in Bagasbas und stehen am Ende spät abends auf einer Kreuzung in der Mitte vom Nirgendwo und warten in einer super langen Schlange von Filipinos auf ein Jeepney, dass eventuell noch kommt und in die Richtung fahren würde. Das ist uns dann doch etwas zu ungenau und zudem stehen auch viel zu viele Menschen an, als das wir da noch mit reinkommen würden.

Also entschließen wir uns spontan einfach weiter Richtung Manila zu reisen und uns einfach etwas südlich der Stadt aufzuhalten, gesagt getan und kurze Zeit später sitzen wir im Bus. Auf dem Weg noch schnell ein Hotel rausgesucht und schon kann es losgehen. Angekommen wollen uns ein paar überteuerte Tricyclefahrer abzocken und daher entscheiden wir uns die letzten 2 km zu Fuß zu laufen.

Auf dem Weg zum Hotel wird es immer leerer und wir laufen nach einiger Zeit einfach nur noch an einer starkbefahrenen Straße entlang. Komischerweise sind alle Querstraßen die wir nehmen wollen verriegelt bzw. abgezäunt und nicht passierbar.

Da hält auf der anderen Seite der Straße ein Wagen an und ruft uns zu, wo wir denn hinwollen und dass wir nicht weiterlaufen sollen da es hier nicht sicher sei. Bis jetzt hatten wir zu keiner Tages- oder Nachtzeit jemals Angst, egal wo in Südostasien und jetzt soll das hier auf einmal anders sein?

Ich kann es mir nicht vorstellen, aber Kaja gibt dem ganzen dann doch etwas mehr bedenken. Kurze Zeit später hat das Auto gewendet und steht jetzt neben uns. Ein freundlicher, wohl etwas wohlhabender, Filipino erklärt uns das die Gegend nicht sicher sei und hier Squatter, also Hausbesetzer leben. Die würden uns sofort Ausrauben, wenn sie uns sehen. Er bietet uns an uns kostenlos zu unserem Hotel zu fahren nur um sicher zu gehen. Wir zögern zuerst, aber sind am Ende zu zweit und der Mann am Steuer macht keinen gefährlichen Eindruck. Also gut wir suchen unser Hotel und stellen fest, dass der ganze Block abgeschottet ist und man in das Viertel nach 22 Uhr abends fast nicht mehr reinkommt.

Wir suchen uns schnell ein Alternativhotel raus und werden freundlicherweise die 4 km direkt hingefahren. Ein paar Mal zu oft erzählt uns der junge Herr wie oft er schon irgendwo irgendwelchen Touristen geholfen hat. Unter anderem auch im „gefährlichen“ Cebu, was wir gar nicht so schlimm empfunden haben. Naja wir müssen zumindest nicht umherlaufen und werden direkt zum Hotel gebracht. Wir bedanken uns herzlichst und haben mit unserem Hotel eine richtige kleine Oase inmitten der quirligen Hauptstadt gefunden.

Am nächsten Tag machen wir uns auf Erkundungstour und schauen uns bei Tage dann die „gefährliche“ Gegend an. Erst zögern wir etwas aber wagen uns dann doch durch die Straßen.

Kinder spielen und springen um uns herum, Eltern, Großeltern sitzen vor den zusammengeschusterten Hütten, sehen uns, lachen und begrüßen uns mit den Worten „Welcome to the Philippines“. Wir lachen auch und laufen durch das „gefährliche“ Squatterviertel und bemerken, es ist genauso wie in Jakarta oder in sonstigen armen Vierteln von größeren Städten. Am Ende wohnen hier auch nur Familien mit ihren Kindern und man sieht typisches Leben in Asien. Es wird gewaschen und verkauft, gestritten und gespielt. Nichts vor dem man Angst haben muss. Man merkt zwar die neugierigen Blicke da hier wohl seltener Touristen hinkommen, aber alle sind nett und freundlich und grüßen uns. Vielleicht kommt es auch einfach drauf an wie man in den Wald hineinruft? 🙂

Palawan – Die angeblich schönste Insel der Welt?!

Die letzten zwei Wochen brechen an und wir fliegen von Manila nach Puerto Princesa, der größten Stadt auf Palawan. Von dort es geht es mit dem Minivan weitere sechs folternde Stunden bis ganz in den Norden nach El Nido. Ein kleines Tauchermekka, was aber vor allem für seine surreale Insellandschaft bekannt ist, die aus Karstbergen besteht, welche aus dem Wasser herausragen, ähnlich der Halong Bucht in Vietnam.

Tauchen und Geburtstag feiern auf El Nido

In El Nido machen wir erstmal eine obligatorische Bootstour durch die schöne Landschaft des Bacuit Archipels, merken aber schnell, dass solche Touren in der Hauptsaison etwas den Sinn verfehlen, da am Schluss mehr Boote unterwegs sind als Wasser im Meer. Dennoch ist die Kulisse traumhaft und die Landschaft beeindruckend. Auch beim Kajakfahren geht es durch kleine Öffnungen zu versteckten Lagunen und Stränden. Zurück auf dem Boot kann man sich von tüchtigen Jungs eine frische Kokosnuss direkt vom Kanu aus aufschlagen lassen. Welch ein Luxus J

An Kajas Geburtstag geht es dann wieder aufs Boot und hinein ins kalte Blau, wobei uns dieses Mal aufgrund der schlechten Sicht leider nicht allzu viel geboten wird. Auch unsere Tauchkollegen, zwei Chinesen, machen mit ihren Flossen mehr Korallen kaputt als man sich vorstellen kann. Dazu eine etwas stürmischere See trägt nicht gerade zum besten Tauchspaß bei.

Das ganze Kompensieren wir dafür abends, indem wir lecker Essen gehen und eine richtig schmackhafte Pizza vertilgen. An Land wird hier generell einiges geboten und es gibt, ähnlich wie auf Koh Tao, den angenehmen Mix zwischen westlichen Komfort, günstigen Bars und einer gemütlichen, entspannten Atmosphäre bei angenehm warmen Temperaturen.

Chillen am Strand von Port Barton

Nach ein paar Tagen geht es weiter nach Port Barton, einem kleinen verschlafenen Dorf direkt an einem wunderschönen Strand. Hier machen wir nichts außer etwas in der Sonne zu liegen und das ruhige und angenehme Flair des Ortes zu genießen. Internet funktioniert nicht und generell läuft hier alles etwas langsamer ab. Dafür ist die Gemeinde sehr aktiv und an der zentralen Sporthalle wird entweder Basketball gespielt oder es findet eine andere Veranstaltung statt. Als wir da waren gab es eine große Tanzveranstaltung mit einer Tanzparade quer durch das ganze Dorf. Kinder sind in kreativen selbstgebastelten Kostümen aus Plastiktüten oder anderem recycelten Materialien vor einer Jury aufgetreten und das ganze Dorf sah zu.

Auf zum Weiterflug von Manila nach Kathmandu

Wir machen noch einen kaum nennenswerten Halt in Puerto Princesa und verdödeln dort einen Tag an einem ziemlich hässlichen Ministrand, bevor wir zurück in die Hauptstadt der Philippinen fliegen.

Diesmal sind wir im Herzen Manilas. Eigentlich sogar etwas zu zentral, denn unser Hotel liegt mitten im Rotlichtviertel. Erstaunlicherweise geht es hier tagsüber ruhig und gesittet zu und auch abends wird man kaum belästigt, außer dass man dauernd gefragt wird, ob man Drogen oder Viagra kaufen will. Wir machen noch etwas Sightseeing, besuchen das chaotische China Town und den chinesischen Friedhof, der so groß wie ein ganzes Stadtviertel ist und lassen einfach die Stadt auf uns wirken.  Die Kluft zwischen arm und reich wird einem hier wieder besonders bewusst.

Im Auto fährt man an riesigen und modernen Malls vorbei und an der roten Ampel kommen Kinder, die betteln oder Mütter mit ihren Babys, welche sie an die Scheibe pressen und um etwas Geld flehen. Dabei sind das Ziel noch nicht mal wir Touristen, sondern generell alle Autos die an der Ampel stehen. Ebenso sieht man Unmengen Obdachlose und Prostituierte, die an den Straßen versuchen sich irgendwie durchs Leben zu schlagen, während neureiche Filipinos mit dicken Autos vorbeifahren oder wohlhabende Touristen, was wir ja auch sind, sich in Taxi oder Tricycle durch die Gegend kutschieren lassen. Ein Kontrastprogramm, das einem schon sehr zu denken gibt.

Trotzdem gönnen wir uns am letzten Abend ein paar Drinks in einer Rooftopbar und genießen den letzten Sonnenuntergang, mehrere Stockwerke über all dem Schmutz und Lärm der sich auf den Straßen abspielt, und lassen die letzten zwei Monate Revue passieren.

Unsere Reiseausgaben auf den Philippinen findet ihr hier

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