Flores und das Dengue Fieber

Flores und das Dengue Fieber

Da sind wir wieder alleine. So schnell gingen die zwei Wochen rum in denen uns Melissa besucht hat, dass man es kaum glauben kann.
Wir haben uns anstatt einer 5 Tages Bootstour bei der es wohl schon mehrfach Schiffbrüchige gab, für die billigere und schnellere Variante entschieden nach Flores zu kommen. Das Flugzeug. Nach 50 Minuten Flugzeit und gerade mal 40€ Ticketpreis landen wir auf unserer nächsten Insel. Melissas Flug wird um einiges länger sein 😀 In der Zeit sind wir auf Hotelsuche und versuchen mal wieder mit der endlosen Hitze klar zu kommen.
Flores ist (wie Bali) religiös gesehen eher untypisch indonesisch und dank der Portugiesen ist der Großteil der Bevölkerung hier katholisch. Wirklich bemerken tut man das aber auch nur wenn man auf die Anzahl der Frauen achtet die keine Kopftücher tragen.

Flores haben wir uns besonders wegen zwei Sachen ausgesucht! Tauchen und Vulkane. Unsere Hauptthemen in Indonesien 😀 Ein Vulkankrater mit drei Kraterseen, die je nach Tageszeit ihre Farben ändern und der Komodo Nationalpark, der unzählige erstklassige Tauchspots bietet und man das Ganze noch mit einer Tour zu den Komodowaranen kombinieren kann.

Wenn das alles mal nicht einen Besuch wert ist.

Den ersten Tag verdösen wir und genießen ein Bierchen bei einem erneut herrlichen Sonnenuntergang. Man gewöhnt sich echt schon daran beim Abendessen immer solch eine Kulisse zu haben.
Am nächsten Tag wollten wir uns um die Tauchschulen kümmern und gucken welche den Besten Eindruck macht. Nach dem tollen Frühstück (Toast und Billig-Marmelade) fühl ich mich aber nicht so fit und geh vor Kaja schon wieder aufs Zimmer zurück.

Und es beginnt genau das wovor wir schon vor Beginn der Reise etwas Schiss hatten. Ich wurde von einer mit Dengue Fieber infizierten Mücke gestochen bzw. schon ein paar Tage oder Wochen zuvor, denn jetzt gerade bricht das Fieber aus. Kaum zu glauben wie man sich nach dem Aufwachen noch fit fühlt und kaum eine Stunde später man zusammengekümmert mit Schmerzen im Bett liegt.
Von Minute zu Minute nehmen die Schmerzen zu, am Kopf, in den Gliedern, im Rücken. Es platzt einem gefühlt der Kopf und der Rücken schmerzt als ob man gleich querschnittsgelähmt ist. Das Fieber steigt in kürzester Zeit auf 40 Grad und der Spaß kann beginnen. Egal ob Tag oder Nacht, an Schlaf ist kaum zu denken. Schüttelfrost und Schwitzattacken im halbestunden Takt und dazu diese unerträglichen Schmerzen! Eigentlich wollten wir uns nach dem ersten Tag eine neue Bleibe suchen, da die jetzige nicht gerade wegen der Hygiene glänzt. Und im versifften Bad sich immer mit dem Eimer Wasser zu duschen ist in dem Zustand auch nicht das angenehmste. Die ersten zwei Tage Fieber sind allerdings so schlimm, dass ich es mir beileibe nicht zutraue einen Umzug durchzuziehen und wir bleiben in dem Kabuff.

Im Normalfall bewegt man sich hier ja mit Bemo oder Ojek fort, sprich mit einem vollgepackten umgebauten Van oder man springt mit all seinem Gepäck einfach hinten auf einen Roller drauf. Dann macht man am besten die Augen zu, damit man nicht sieht wie verrückt der Fahrer Autos überholt und über Kreuzungen brettert und mit ein paar Gebeten kommt man auch am gewünschten Ort an. So sind wir nämlich auch später alle Tage hier in Labuan Bajo von A nach B gekommen.
Auch mit Fieber auf dem Weg zum Krankenhaus um den Dengue und Malaria Test zu machen bleibt einem da keine Alternative.

Am dritten Tag also wagen wir den Umzug. Kaja musste die letzten Tage immer rumfahren und Essen holen und lange lange Suchen, um in dieser versifften Stadt was vernünftiges zum Schlafen für die nächsten Tage finden. AM Ende musste ich nur noch ins Bemo steigen und die Fahrt ins neue Hotel überleben. Nach dem Umzug gings dann auch gleich Richtung Krankenhaus. Wenn man schon mal auf den Beinen ist sollte man das auch ausnutzen.

Einziges Problem war: Unser Fahrer hat uns nicht ins moderne gerade neu eröffnete Hospital gefahren, sondern ins schäbige alte Billigkrankenhaus in dem der Arzt mit Mühe und Not überhaupt kapiert hat was wir wollen. Am Ende hatten wir nach unnötigem doppeltem Blutabnehmen mit wohl halbwegs sterilen Nadeln das positive Ergebnis auf Dengue.
Da der Krankheitsverlauf nie vorhersehbar ist und unter Umständen sehr gefährlich werden kann sollte ich gleich für die nächsten fünf Tagen in dem versifften Krankenhaus bleiben.
Ja nee is klar, hier liegt alles Kreuz und quer und die Kakerlaken erfreuen sich an diversen Resten am Boden. Am Ende wäre es bestimmt eine Erfahrung gewesen, wenn ich aber nicht gerade am verbluten bin, kann man auf dieses aber auch gerne verzichten. Nach unserem Einspruch hier einquartiert zu werden, erfahren wir schließlich das es gerade mal einen Kilometer weiter ein neueres Krankenhaus gibt.

Also ab mit dem Ojek hingefahren und alles nochmal testen lassen. Immerhin ist hier alles sauber und neu und es gibt kompetente Ärzte, die in Jakarta studiert haben und gut Englisch können. Nach einem Gespräch mit dem Herrn Doktor sagen die Werte, dass ich nicht zur Beobachtung bleiben muss, sondern einfach solange regelmäßig zur Blutuntersuchung kommen muss bis meine Werte sich bessern.
Das ganze dauert am Ende 10 Tage! Immerhin lassen nach dem fünften Tag langsam die Schmerzen nach und das Fieber ebenfalls. Kaja kann in der Zeit schon tauchen gehen und sich eine Auszeit vom Pflegedienst nehmen und am Ende konnte ich es auch kaum noch erwarten wieder auf die Beine zu kommen. 10 Tage im Bett liegen bei 32 Grad im Zimmer trotz Klimaanlage, während einem jeder Knochen und Muskel weh tut und man nicht weiß ob man wegen Fieber oder der Hitze schwitzt ist einfach nur der Horror. Immerhin sind die meisten Symptome nach den fast zwei Wochen wieder weg. Lediglich eine etwas lethargische Grundeinstellung hat sich noch gute 6 Wochen gehalten, bis der Körper wieder bereit war für eine Portion Sport.
Fazit: Ich hasse Stechmücken!!!!

PS: Nur gut das wir unsere Besteigung des höchsten Vulkan Indonesiens auf unbekannt verschoben haben, sonst wär das Fieber wohl mitten während der 3-tägigen Besteigung ausgebrochen und ein qualvoller Abstieg hätte auf einen gewartet.
Also manchmal ist dann doch alles Ansichtssache und schlimmer gehts immer 😉

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