Carnarvon und Blackdown Nationalpark

Carnarvon und Blackdown Nationalpark

Weit ab vom Strandtourismus geht es jetzt zu zwei der schönsten Plätze, die wir bis jetzt hier in Australien erkunden konnten. Nach den tagelangen Regenfällen wird das Wetter langsam wieder besser und wir fahren zum großflächigen Carnarvon Nationalpark und danach weiter zum Blackdown Tableland Nationalpark.
Auf der Fahrt nehmen wir noch zwei vergammelte Backpacker mit, die am Straßenrand trampen (Wir wissen ja selber wie lang es dauern kann bis jemand einen mitnimmt). Die beiden Frühzwanziger sind Franzosen und haben wohl schon seit mehreren Tagen keine Dusche mehr gesehen. Da hat es uns im Nachhinein nicht gewundert, dass die beiden keiner mitnehmen wollte.

Nach 40 km Schotterstraße und durch drei 30 cm hohe Flussläufe, die über die Straße laufen, kommen wir endlich an. Der Canarvon National Park ist über 3000 km² groß, aber der für uns interessante Teil erstreckt sich über ca. 160km², entlang der spektakulären Carnarvon Schlucht.

Carnarvon Nationalpark

Als wir mittags ankommen, machen wir uns auf die erste kleine Wandertour von knapp 9 km zum Boolimba Bluff. Hier überwinden wir gleich die meisten Höhenmeter und werden dafür mit einem weitflächigen und imposanten Ausblick über den Nationalpark belohnt. Eine kleine Erinnerungen an unsere Nahtoderfahrung beim Via Ferrata in Lyon in Frankreich, denn es geht hier richtig steil bergab.
Umso mächtiger wirkt das Steinmassiv, dass sich quer durch bis zum Horizont erstreckt. Nach einem leckeren Picknick und etwas Pause ging es dann aber direkt weiter zum Rockpool, einem natürlichen Flussüberlauf den wir gleich als Dusch- und Badestelle ausnutzen.

Am nächsten Tag geht es dann früh morgens schon los, denn wir haben uns vorgenommen die komplette Strecke auf einmal zu laufen. Der Carnarvon Creek und dessen Nebenflüsse haben im Laufe von Jahrmillionen eine 30 km lange und 200 m tiefe Schlucht in das Gestein gegraben und 11 km davon werden wir uns vornehmen. Hin und zurück werden es dann um die 27 km sein.
Da es die letzte Woche so viel geregnet hatte, ist der Wasserspiegel immernoch so hoch, dass der Weg der mindestens 17-mal über den Fluss führt immer wieder überflutet ist. Das heißt wir müssen entweder regelmäßig unsere Schuhe ausziehen oder von Stein zu Stein springend uns einen Weg über die Flussarme suchen. Belohnt werden unsere Bemühungen mit spannenden Plätzen entlang des Weges.

Im Moss Garden erwartet uns ein kleiner See umgeben von mit Moos überwucherten Steinen an denen das Wasser herunter tröpfelt. In der Art Gallery und der Cathedral Cave können wir 3000 Jahre alte Felsmalereien und Ritzungen von Aborigines bestaunen und im Amphitheater und dem Boowinda Gorge sind wir umgeben von meterhohen Steilwänden und quetschen uns durch die engen Spalte entlang der Route. Umgeben von Königsfarnen, Flusseichen und Eukalyptusbäumen kreuzen auch immer wieder Kängurus, Wallabys und allerelei Vogelarten unseren Weg. Wir sehen sogar einen Ameisenigel.
Dieser Schnabeligel ist zusammen mit dem Schnabeltier eines der seltsamsten Tiere Australiens. Beides sind Kloakentiere und bringen keine lebenden Jungen zur Welt sondern legen Eier. Der kleine Ameisenigel lässt sich von uns auch nicht aus der Ruhe bringen sondern kringelt sich einfach nur kurz ein um demonstrativ seine Stacheln zu zeigen und läuft uns beim Versuch ein Foto zu machen schon fast über die Füße. Echt putzig die Tiere.

Super happy und nach einen traumhaften, wenn auch anstrengenden Tag hängen wir abends unsere plattgelatschten Füße ins Wasser und lassen den Abend am Rande des Nationalparks gemütlich ausklingen.

Blackdown Tableland Nationalpark

Jetzt wo das Wetter ja endlich passt machen wir uns daher auch gleich weiter auf zum nächsten Nationalpark. Der Blackdown Tableland Nationalpark ist ein 600 m hohes Sandsteinplateau, dass sich umgeben vom flachen Zentralqueensland plötzlich in die Höhe erhebt.
Hier wär ein Allradwagen schon ein Highlight gewesen, ist doch ein großer Rundweg mit unserem Van leider nicht zugänglich. Aber auch den Rest den wir befahren und bewandern können ist wunderschön.

Nach einem Sonnenuntergang mit Rundumblick von dem Hochplateau auf das umgebene Flachland, geht es am nächsten Tag wieder auf Wandertour. Ganz besonders hat uns hierbei der Rainbow Wasserfall gefallen. Nach einer kleinen Buschwanderung haben wir diese traumhafte Kulisse ganz für uns und freuen uns den einsamen Moment zu nutzen, um einen Sprung ins wirklich eiskalte Wasser an diesem Bilderbuchwasserfall zu wagen.
Perfekt nach einem durchgeschwitzten Wanderweg sich wieder frisch zu machen. Als wir schon fast auf dem Rückweg waren sehen wir entlang des Flusslaufes weitere Wasserfälle und der Entdeckertrieb ist direkt geweckt. Wir suchen rum und finden einen kleinen Schleichweg entlang des Abgrunds. Nach ein paar nicht ganz ungefährlichen Überquerungen und Kletterpartien kommen wir zu einer Stelle die definitiv zu den schönsten Plätzen gehört, die wir bis jetzt gesehen haben.

Wie bei einer 360 Grad Rundumschau sind wir umgeben von mehreren Wasserfällen, die zum Teil einen Regenbogen durch das aufstäubende Wasser bilden. Der Blick auf die tieferliegenden Ebenen zeigt Wasserpools, die halb umschlungen von riesigen Palmfarnen trotzdem noch ein paar Sonnenstrahlen abbekommen, so dass wir das Wasser glitzern sehen können.
Da das Wetter hier nach der langen Regenphase super mitspielt macht es den Moment wunderschön und unvergesslich.

So sehr es Australien an kulturträchtigen Städten und beeindruckender Architektur fehlt, umso mehr fesseln uns immer wieder die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Diese beiden Nationalparks sind wieder ein Beispiel für die paradiesischen Oasen und die Schönheit der australischen Natur und eine traumhafte Kulisse, die es den weiten Weg und alle Wanderbemühungen wert ist.

Unsere Reiseausgaben in Australien findet ihr hier

Unsere Gesamtkosten für unseren Campervan sind hier zusammengefasst

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Schreib einen Kommentar