Ab ins Outback

Ab ins Outback von Queensland

Um Australiens Outback kennzulernen ist es gar nicht nötig tausende Kilometer die Westküste entlang zu fahren oder tagelang durch Australiens Mitte zu heizen, nur um sich im flachen Niemalsland einen übergroßen Stein namens Uluru anzugucken.
Nein! Wenige Kilometer von Townsville weg beginnt die Great Dividing Range, welche die Wet Tropics der Ostküste vom trockenen Inneren trennen und da es im australischen Winter schon recht frisch wird, je weiter wir gen Süden fahren, haben wir es damit nicht eilig und wagen einen Abstecher ins Landesinnere.

Charters Towers

Hello Charters Towers! Knappe 100 km westlich von Townsville kommen wir raus aus der grünen Ostküste rein ins trockene und staubige Outback von Queensland. Charters Towers war einst eine Goldgräberstadt mit fast 100 Minen, 90 Pubs und eigener Börse. Die damals zweitgrößte und wohlhabendste Stadt in Queensland wurde einfach nur „The World“ genannt. Aber die Zeiten ändern sich und mittlerweile ist der Goldrausch lang vorbei und einzig die alten Fassaden des fast ausgestorbenen Städtchens erinnern an damals aufregende Zeiten.

So ist für uns das Spannendste was wir hier finden das Autokino in dem wir für erschwingliche 8 Dollar pro Person gleich zwei neue Filme von unserem Van aus sehen können! Dank unserer guten Anlage und LED Hintergrundbeleuchtung haben wir unser ganz privates Heimkino, können gemütlich im Bett liegen oder uns von hinten was zu naschen holen! Nebenbei waren auch die beiden Filme „Finding Dori“ und der neue „Alice im Wunderland“ echt unterhaltsam.

Unterwegs im Outback

Nach einem weiteren Tag im Dalrymple Nationalpark machen wir uns auf einspurigen unendlichen langen und, wie mit einem Lineal gezogen, geraden Straßen wieder auf den Weg Richtung Ostküste. Ein Abenteuer ist es jedes Mal aufs Neue wenn uns riesige Roadtrains entgegen kommen und wir uns an den abschüssigen Straßenrand flüchten, um nicht vom Steinhagel die Frontscheibe zerdeppert zu kriegen. Kein Wunder das hier jedes Auto von Steinschlag betroffen ist.

Was leider auch immer häufiger wird, sind tote Tiere (meistens Kängurus), die alle paar Kilometer am Straßenrand liegen und von Adlern und anderen Vögeln gefressen werden. So traurig das auch ist so wenig wundert es uns, denn die Kängurus scheinen nicht gerade die hellsten Tiere auf diesem Planeten zu sein. Manchmal stehen sie schon am Straßenrand und glotzen einen an, um relativ spät dann panisch wegzuspringen. Das dann einige den falschen Weg einschlagen passiert eben. Kommt nicht von ungefähr das die Australier ihre Bull-Bar zum Schutz vor Wildschäden am Auto auch oft Roo-Bar (wegen Kangaroo) nennen.

Wobei wir generell bei der Flora und Fauna Australiens wären, welche uns ständig auf neue beeindruckt. Man merkt eben schnell das auf einer Fläche so groß wie Europa gerade mal 20 Millionen Menschen leben. Besonders die Artenvielfalt an Raubvögeln und Kakadus beeindruckt uns ungemein.
Zwischenzeitlich haben wir auf etwas verlasseneren Parallelstraßen innerhalb von 30 km sieben Adler gesehen und beim Wildcampen konnten wir am Himmel stets 2-3 Adler am Himmel ihre Kreise ziehen sehen und beobachten wie einer von Ihnen etwas gejagt, gefangen und erlegt hat. Wann bekommt man denn in Deutschland mal einen Adler oder Falken zu sehen. Fast nie!

Genauso sieht es mit den Papageien aus. 54 Arten gibt es in Australien und 43 davon nur in Australien. Kakadus sind hier unterwegs wie bei uns die Tauben, nur das ein Papagei eben doch etwas schöner und eindrucksvoller ist. Von einfarbigen Kakadus bis zu kunterbunten Loris sind einfach alle Plätze voll mit Vögeln.

Von Townsville Richtung Süden

Wir setzten unsere Tour fort Richtung Süden. Da wir ja nicht wie in Asien den Stress haben immer unsere Rucksäcke zu packen wenn wir zum nächsten Ort fahren, sind wir mittlerweile nach 1-2 Nächten schon wieder auf Achse. Umso schwerer wird es langsam, sich an alles zu erinnern, wo man denn wann war. Alle paar Tage gibt es neue Highlights und die weniger spannenden Orte vergisst man umso schneller.

Uns nächster Stop war Airlie Beach, ein kleiner Ort mit Traumstränden und Hotels für die Schönen und Reichen. Hier lassen sich die Australier nieder, die etwas mehr Kleingeld haben. Warum es alle hier her lockt ist der Hafen von Airlie Beach, der Ausgangspunkt für Segel- und Tauchtouren zu den Whitsunday Inseln ist. Und genau deswegen sind wir auch hier. Eine der Inseln heißt sogar Henning Island :))). Unser Plan ist es auf einem Boot anzuheuern und somit die teuren Touren zu umgehen! Was wir allerdings nicht bedacht haben ist die Saison. Aufgrund der eher milden Wintertemperaturen ist hier nämlich Nebensaison und somit auch wenig Bedarf an helfenden Händen. Anstatt also eine teure Tour zu buchen haben wir uns einfach ein paar Tage in der Sonne gebadet und konnten dank unserem super geheimen Wildcampingplatz mit Blick über den Hafen teure Campingplätze umgehen und jeden Abend unseren privaten Sonnenuntergang genießen!

Auf Schatzsuche im Outback

Nach einem kurzen Aufenthalt in Mackay und Rockhampton in denen es außer ein paar botanischen Gärten und einem kostenlosen Zoo nichts großartig Sehenswertes gibt, machen wir uns wieder ins Landesinnere um unser Glück auf den Edelsteinfeldern von Emerald zu versuchen.

Doch auf dem Weg hin werden wir gezwungener Maßen von der Natur aufgehalten. Da es ja immer weiter in den Süden geht, wird es auch immer kälter. Also koordinieren wir unsere Aufenthalte so, dass wir wenn möglich irgendwo übernachten wo es umsonst heiße Duschen gibt.
Dafür nehmen wir auch gerne ein paar Kilometer Umweg in Kauf. Und genauso treibt es uns auch an einen, normalerweise, idyllischen Ort namens Bedford Weir an dem ein schöner Flusslauf zum Baden und Fischen einlädt und es tollen Campingplätz mit Caretaker und kostenlosen heißen Duschen geben soll.
Während der Fahrt wird die Reise aber schon mit immer stärkeren Regenfällen erschwert. Als wir ankommen sind wir froh noch im Hellen angekommen zu sein und freuen uns schon auf die Dusche.

Aber Pustekuchen. Bei der Suche einer schönen und ebenen Fläche geraten wir auf matschigen Untergrund und schaffen es nicht mehr hinaus. Es gibt kein Entkommen! Gleichzeitig werden die Regenfälle wieder stärker und es fängt an zu dämmern. So ein Mist. Die grauen Nomaden mit ihren fetten Caravans wollen uns nicht helfen, da sie selber zu viel Angst haben stecken zu bleiben.

Beim zweiten Anlauf erreichen wir glücklicherweise den Caretaker des Campingplatzes, der sich aber erstmal um seine Pferde kümmern muss. Also warten wir ganze zwei Stunden mit pitschnassen Klamotten im Auto. Der Regen wird immer stärker. Der Van steht schief und unterm Auto hat sich mittlerweile ein regelrechter Fluss gebildet der alles um uns rum immer mehr aufweicht.

Aber Gott sei Dank. Der Hüter des Campingplatzes kommt mit seinem 4WD, Abschleppseil und Schekel und wir versuchen unseren Van aus dem Schlamm zu ziehen. Am Schluss hat es nochmal ganze zwei Stunden gedauert bis wir den Van wieder auf festem Untergrund hatten. Wobei es wirklich auf Messers Schneide lag ob wir den Van wieder rauskriegen.
Aber zum Glück ist alles gut gegangen. Es hat nämlich so stark geregnet, dass wir für die nächsten Tage komplett in alle Richtungen abgeschnitten sind und somit das ganze aussitzen müssen. Mittlerweile hatte sich unsere Aktion auf dem Campingplatz schon rumgesprochen und es kam mehr als einmal ein paar besorgte Camper vorbei um uns zu warnen irgendwo hin zu fahren.
Nach zwei Tagen sind die Straßen jedoch wieder frei und wir können endlich unsere nasse Kleidung waschen und weiter Richtung Emerald fahren.

Saphire suchen in Sapphire

Schon bei unserem ersten Ausflug ins Outback bei Charters Towers haben wir erfahren, dass hier viele in Australien rumreisen und im regelrechten Goldrausch sind und Edelsteine suchen.
Da wollen wir unser Glück doch auch mal versuchen. Die Ortschaften Rubyvale, Sapphire und Emerald(Jack Emerald, erfolgreicher Schatzsucher) kommen schließlich nicht von ungefähr. Auf den Edelsteinfeldern rund um den Emerald Creek wurden schon mehrmals teure Saphire, Rubine und Zirkone gefunden und die Gegend ist bekannt für große und seltene Saphire.

Das schlechte Wetter der vorherigen Tage hat allerdings alles so überschwemmt, dass es nicht möglich ist direkt auf dem Feld zu suchen. Daher gehen wir zu einem der Edelsteinparks in denen man sich Eimer aus der Edelsteinmine kaufen kann um diese dann selber durchzusuchen.
Also stehen wir jetzt da mit einem Eimer voll „Wash“ (Minensand in Wasser), sieben diesen und waschen ihn von Hand aus. Und wir werden fündig! Nach den ersten ein, zwei Proberunden kriegen wir langsam die Technik raus und finden immer wieder kleinere und größere Saphire.

So viele, dass wir uns gleich einen zweiten Eimer kaufen, auch wenn die zweite Runde schon wesentlich weniger Steine ans Tageslicht brachte. Immerhin! Dank dem geschulten Auge der freundlichen Besitzerin werden unsere Steine auch gleich nach Qualität sortiert und jetzt sind wir im Besitz einer kleinen Menge echter schöner Saphire. Leider ist gerade das Schleifen und in Form bringen der Steine sehr teuer (Nur Diamant ist härter als Saphir), aber angeblich sollte es in Bangkok günstige Edelsteinschleifer geben. Also müssen wir wohl auf dem Heimweg nach Neuseeland noch ein paar Zwischenhalte einfügen. 😀

Unsere Reiseausgaben in Australien findet ihr hier

Unsere Gesamtkosten für unseren Campervan sind hier zusammengefasst

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Schreib einen Kommentar